Passiv- und Niedrigenergiehaus
Fast ein Drittel des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs wird für
Raumheizung verwendet. Durch den schlecht gedämmten Gebäudedurchschnitt
hat dieser Sektor sehr großes Einsparungspotential. Ein Gebäude verliert
den Großteil der Wärme über Transmission durch die Gebäudehülle.
Diese Wärmeverluste können durch Dämmung stark reduziert werden.
Niedrigenergie und Passivhäuser zeichnen sich durch eine sehr gut gedämmte
Gebäudehülle aus, welche den Heizenergiebedarf des Gebäudes stark
reduziert. Bei Außenwänden sind Dämmstärken von über
20cm (PH über 30cm) zunehmend üblich. Decken werden noch besser gedämmt,
da der Wärmeverlust nach oben größer ist und somit hier noch
dicker gedämmt werden muss. Auch bei den Fenstern gilt es auf die isolierenden
Eigenschaften zu achten. Maßeinheit für die Wärmeleitfähigkeit
eines Bauteiles ist der U-Wert. Desto kleiner der ist, desto besser isoliert
der Bauteil. Bei Passivhäusern bewegt sich der U-Wert in Bereichen von
ca. 0,12 W/m²/K für Wände und ca. 0,7 W/m²/K für Fenster.
Neben den Transmissionsverlusten machen die Lüftungswärmeverluste
ebenfalls einen bedeutenden Anteil an den Wärmeverlusten aus. Deshalb kann
man zum Beispiel nur mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
überhaupt Passivhausstandard (Energiekennzahl EKZ < 15 kWh/m²a)
erreichen. Die Wohnraumlüftungsanlage entzieht der Abluft Wärme und
überträgt diese auf die Zuluft. Für den sehr hohen energetischen
Standard eines Passivhauses muss aber auch auf andere bautechnische Details,
wie die Luftdichtheit und Wärmebrückenfreiheit, besonders geachtet
werden. Ein großer Unterschied zwischen Niedrigstenergie und Passivhaus
ist neben der geringeren EKZ und der nicht nur optionalen, sondern unbedingt
erforderlichen Lüftungsanlage auch noch die Tatsache, dass bei einem Passivhaus
das konventionelle Heizungssystem entfallen kann. Durch den enorm niedrigen
Verbrauch ist es möglich das ganze Haus nur über die erwärmte
Zuluft zu beheizen.
Die Dämmstärken der Gebäude sind in den letzten Jahren kontinuierlich
gestiegen. Wer jetzt mit zu geringer Dämmung baut wird in fünf Jahren
ein überholtes Gebäude besitzen. Die Zukunft gehört dem Niedrigstenergie-
und dem Passivhaus. Zum Seitenanfang |