Photovoltaik
Photovoltaik ist eine Möglichkeit aus Sonnenlicht direkt Strom zu erzeugen.
Die üblicherweise aus einem Halbleitermaterial gefertigte Solarzelle hebt
bei dem durch Lichteinstrahlung bestehenden Photonenbeschuss Elektronen von
einem niedrigen Energielevel auf ein höheres, was zu Spannung führt.
Als Halbleitermaterial wird meist Silizium verwendet. Dieser Rohstoff ist in
sehr großen Mengen vorhanden. Sand zum Beispiel besteht auch aus Silizium.
Für die Produktion von Solarzellen muss dieses Silizium allerdings sehr
hohe Reinheit aufweisen. Dann muss man es einschmelzen um Kristalle zu ziehen.
Dieses Einschmelzen erfordert natürlich Energie, jedoch erreichen Photovoltaikanlagen
ihre energetische Amortisation (Energierücklaufzeit) bereits in drei bis
sieben Jahren. Das ist jene Zeitspanne, die eine Photovoltaikanlage benötigt,
um soviel Energie zu erzeugen, wie für ihre Herstellung benötigt wurde.
Photovoltaik hat den Vorteil, dass es völlig emissionsfrei arbeitet. Weder
Abgase noch Lärm werden beim Betrieb verursacht, und als Energiequelle
wird die Sonne genutzt. Diese strahlt mit einer Leistung von ungefähr 1000
Watt pro Quadratmeter herab. Photovoltaik zeichnet sich ebenso wie die Solarthermie
dadurch aus, dass keine Logistik für die Zuführung eines Kraftstoffes
erforderlich ist. Es würde in Österreich ausreichen 2% der Fläche
mit Photovoltaikmodulen zu bedecken um damit gleich viel Strom zu erzeugen wie
das ganze Land im Jahr benötigt. Als Problem bliebe die Tatsache, das die
Stromerzeugung unregelmäßig und nur in bestimmen Zeiten geschieht,
der Bedarf hingegen ständig besteht. Da wir in Österreich über
Pumpspeicherkraftwerke verfügen, können diese überschüssigen
Energien bei entsprechendem Stromnetz Management auch durchaus effizient gespeichert
werden. Gerade weil Photovoltaik zur Mittagszeit – der Stromverbrauchsspitze
– die höchste Ausbeute hat, könnte sie auch im Spitzenlast-Management
eine vorteilhafte Rolle einnehmen, z. B.: höchste Erträge zu Zeiten
hohen Kühlbedarfes liefern. Nachteile der Photovoltaik sind die in Österreich
noch hohen Investitionskosten, weiters die Verluste die durch Umwandlung von
Gleichstrom in Wechselstrom entstehen und dass die Wirkungsgrade der Solarzellen
derzeit noch vom physikalischen Optimum (dem theoretisch maximalen Wirkungsgrad
von beispielsweise etwa 28 % bei kristallinem Silizium) entfernt sind. Bei Abwägung
der Vor- und Nachteile bleibt Photovoltaik jedoch ein essentieller Baustein
in einem nachhaltigen Stromszenario, basierend auf Stromeinsparmaßnahmen,
Effizienzsteigerung sowie nachfrageseitiger Verbrauchssteuerung.
Inselsysteme
Bei Inselsystemen versorgt die Photovoltaikanlage einen autarken Bereich der
vom öffentlichen Stromnetz unabhängig ist. Nachdem die Sonne nicht
immer scheint, benötigt man die Möglichkeit Strom zwischenzuspeichern.
Dafür sind im Inselbetrieb spezielle Solarbatterien vorgesehen. Komplexere
Systeme erzeugen mittels Elektrolyse Wasserstoff, der als Energiespeicher fungiert.
Dieser kann dann bei Bedarf durch eine Brennstoffzelle wieder Strom erzeugen.
Netzanbindung von Photovoltaik
Meist werden Photovoltaikanlagen mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden.
Dazu benötigt man Wechselrichter die den Gleichstrom der Module in Wechselstrom
umwandeln, den man dann in das Stromnetz einspeisen kann. Das hat den Vorteil,
dass man keinen eigenen Stromspeicher benötigt, das Netz wirkt puffernd,
und wenn der eigene Bedarf die Erzeugung übersteigt bezieht man einfach
Strom aus dem Netz. Wenn der eigene Bedarf geringer ist als die Erzeugung kann
man den Überschuss in das Netz einspeisen und bekommt diesen vergütet.
Rentabel ist dies nur wenn man für den eingespeisten Strom mehr als den
Marktpreis von Strom erhält. Da die Investitionskosten von Photovoltaik
derzeit noch hoch sind, braucht es Einspeisetarife, die staatlich gefördert
werden damit sich die Investition amortisieren kann.
Eine Verschaltung von mehreren Solarzellen ergibt ein Modul. Diese Module gibt
es in den verschiedensten Größen und Leistungsklassen. Es gibt drei
häufige Typen von Solarzellen:
Monokristalline Zelle
Die monokristalline Solarzelle ist eine dünne Siliziumschicht die von einem
einzigen Kristall abgeschnitten wurde. Beim Herstellungsverfahren werden über
einen Meter lange Kristalle gezogen, die dann zerschnitten werden. Auf diese
dünne Scheibe werden noch Kontakte aus Metall aufgedampft und das Ganze
wird in Module eingebettet. Die monokristalline Zelle hat einen sehr guten Wirkungsgrad
von ca. 17 %, ist jedoch aber auch am aufwändigsten in der Herstellung.
Polykristalline Zelle
Bei der polykristallinen Solarzelle werden Kristallblöcke gezüchtet,
die aus mehreren Kristallen bestehen. Von diesen werden dann dünne Scheiben
abgeschnitten, die später eine Zelle bilden. Durch die Grenzschichten zwischen
den einzelnen Kristallen ergeben sich Widerstände, die den Wirkungsgrad
etwas geringer ausfallen lassen als bei der Monokristallinen. Polykristalline
Zellen haben Wirkungsgrade im Bereich von ca. 15%, sind dafür etwas einfacher
herzustellen als die Monokristallinen.
Dünnschicht Zelle
Bei Dünnschichtzellen (auch amorphe Zellen genannt) wird eine nicht kristalline
Siliziumschicht auf eine Trägerplatte aufgedampft. Dies hat enorm geringe
Werkstoffdichten und damit geringen Materialverbrauch zur Folge. Nachteil dieser
Zellen ist der relativ geringe Wirkungsgrat von ca. 6 %. Weiters haben diese
Zellen die Eigenschaft, dass sich der Wirkungsgrad nach einem halben Jahr Betrieb
leicht senkt, um dann auf dem etwas tieferen Niveau zu bleiben. Die Dünnschichttechnologien
mit den hochwertigen Basismaterialien CIS (Kupfer-Indium-Diselenid) und CdTe
(Cadmium-Tellurid) mit einem Zellwirkungsgrad von etwa 10 % sind bei Kleinmodulen
bereits weit verbreitet.
Module mit Hochleistungszellen sind relativ neu auf dem Markt und teuerer als
Standardmodule. Diese Hochleistungszellen sind meist optimierte monokristalline
Zellen, die durch neue aufwändigere Technologien z. B. bei Kontaktierung,
Oberflächenbehandlung oder spezielle Halbleiterschichtung den höchsten
Wirkungsgrad mit Zellwirkungsgrad von 19,5 % erreichen.
Geforscht wird im Bereich Photovoltaik auf verschiedensten Ebenen. Von alternativen
Materialien über Mehrschichtzellen bis hin zu biologischen Zellen wird
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