Vorsicht bei Investitionen in Kleinwindkraftanlagen
Kleinturbinenanlagen (<20 kW) werden in letzter Zeit populär. Anfragen bei uns und Partnerorganisationen nehmen zu. Allerdings ist Vorsicht geboten, da im verbauten Gebiet zumeist weit schlechtere Windbedingungen vorherrschen (Turbulenzen durch Gebäude, Hindernisse etc.). Weiters werden oft mit unkorrekten Zahlen Hoffnungen geweckt, welche sich in der Praxis nicht bewähren.
Falsche Platzierung
Die Erfahrung zeigt, dass Kleinwindkraftanlagen schlecht platziert werden, wie z.B. in zu geringer Höhe oder in der Nähe von Hindernissen. Windturbulenzen, hervorgerufen durch Hindernisse, stellen hohe Anforderungen an Turbinen und vermindern die Energieerträge, im Besonderen, wenn die Turbine nicht gleich auf die Richtungsänderung reagiert. Dies ist vor allem ein Problem bei horizontalen Windkraftanlagen (HWKA), weniger bei vertikalen Windkraftanlagen (VWKA). Abbildung 1 stellt die Windbedingungen im verbauten Gebiet dar und kennzeichnet optimale Platzierungen im linearen Strömungsbereich unter Einhaltung von Mindestabständen.
Verbesserungsmöglichkeiten und somit eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Kleinwindkraftanlagen kann durch eine weitere Optimierung der Turbinen aber auch durch die Platzierung erreicht werden. Zum Beispiel herrschen unter bestimmten Bedingungen im Dach- (bzw. Fassaden-)bereich bessere Strömungsverhältnisse als im linearen Bereich vor, bzw. können diese durch entsprechende Vorrichtungen (Leiteinrichtungen, Gebäudeintegration) erreicht werden.
Falsche Angaben
Unseriöse Angebote mit überschätzten Erträgen und nicht verifizierte Angaben der Hersteller verfälschen oftmals das reale Potenzial solcher Anlagen. Oft werden Erträge von Anlagen mit Durchschnittswindgeschwindigkeiten berechnet, wobei dieses Vorgehen verfälschte Ergebnisse liefert. Die Geschwindigkeit hängt zur 3. Potenz mit der Leistung zusammen. Es besteht daher ein beträchtlicher Unterschied ob immer 5 m/s auftreten oder 10 m/s und 0 m/s je zur Hälfte der Zeit (20% mehr Geschwindigkeit bedeutet ca. 70% mehr Leistung). Bei der Aufstellung im verbauten Gebiet ist der Standort deshalb genau zu untersuchen. Im Normalfall gibt eine einjährige Windmessung in Nabenhöhe Aufschluss über realisierbare Erträge. Untersuchungen für Kleinwindkraftanlagen ergaben, dass Volllaststunden von 300 bis 1.000 Stunden realistisch sind.
Wirtschaftlichkeit nur selten gegeben
Noch gibt es sehr wenig Erfahrung über tatsächliche Erträge von Kleinwindkraftanlagen im verbauten Gebiet. Einerseits sind erst wenige Anlagen in Betrieb, andererseits ist es aufgrund der auftretenden Windverhältnisse, die vom Standort abhängen, nur schwer abschätzbar mit welchen Energieerträgen gerechnet werden kann. Die Gesamtkosten für Kleinwind-Kraftanlagen liegen im Bereich von 3.200 – 7.500 €/kW (inkl. MwSt.). Im Vergleich dazu kosten Fotovoltaikanlagen zwischen 5.500 – 6.500 €/kWp (inkl. MwSt.). Der Stand der Technik erlaubt derzeit noch keinen wirtschaftlichen Betrieb von Kleinwindkraftanlagen.
Rechtliche Lage unsicher
Obwohl die Bewilligung von Kleinwindkraftanlagen rechtlich geklärt ist, sind diese aufgrund von Akzeptanz und geringer Erfahrung schwierig durchzusetzen.
Weitere Informationen im Besonderen zu Produkten und Herstellern, Marktübersichten, Förderungen und Einspeisetarifen finden sie unter http://www.kleine-windkraft.at
Erfahrungsberichte gibt es neben http://www.kleine-windkraft.at unter den folgenden Links:
http://home.arcor.de/wewima-windtechnik/html/ertrag.html
http://www.zotloeterer.com/unser_unternehmen/windenergietechnik.php
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